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Paula Pakery: Licht fällt durch Stein

Die Ausstellung: 09.05.2018 - 05.08.2018

 

„Lichtwesen aus einer anderen Welt. So könnten die Steinskulpturen von Paula Pakery bezeichnet werden. Der harte Stein geküsst vom warmen goldenen Licht. Als würde die Lichtgöttin Mythica den Todesgott Hades von innen wärmen, ihm Leben einhauchen. Die neuen Werke von Paula Parkery ziehen

den Betrachter in ihren Bann. Das durch den Stein zart schimmernde Licht mutet

mysthisch an.

 

Dieses Liebesspiel bewegt die Seele. Unweigerlich entsteht das Bedürfnis, die Skulptur zu berühren, die Hand über diese Verschmelzung gleiten zu lassen und eine kindliche Neugier erfüllt den Betrachter. Wie mag sich diese ungewöhnliche Kombination anfühlen? Ist Magie im Spiel?

 

Wer ist die Künstlerin? Ihre Fähigkeiten und Werke aufzuzählen, wäre einfach. Doch Paula Parkery

definiert sich nicht durch ihre Werke, sondern durch ihr Wesen.Ich bezeichne sie gerne als Mensch gewordene Erdenmutter. Widerstandsfähig wie der grösste Felsen in der Brandung, scheint ihr nicht anzuhaben. Doch im Gesensatz zu einem Felsen, strahlt sie Wärme und eine unglaubliche Energie aus. Inmitten der Natur wird sie zu einem Teil von ihr. Es gibt Ahornbäume, Buchen, Maiglöckchen, Kleeblätter und Paula. Sie verschmilzt mit der Natur. Sympiose in der reinsten Form. Spricht man mit ihr, entführt sie den Zuhörer in ihre Welt. In eine Welt voller Fantasie, Farbe und Möglichkeiten. Ein Gespräch mit Paula verleiht jeder Seele Flügel.

 

Auf den Bildern sind originale Blei- und Holzlettern angebracht, wie Sie zu Gutenbergs Zeiten zum Drucken von Schriftstücken benutzt wurden. »

Cristina Aniceto Cortizo

 

 

Paula Pakery Keller

 

Die Basler Künstlerin arbeitet seit Jahren u.a. mit dem Thema Licht. So ist es nicht verwunderlich, dass sie von der neuen Möglichkeit, Licht ab- oder einzufangen, fasziniert ist. Sie setzt sich intensiv mit Material und Form auseinander, holt es vom bautechnischen Habitus weg und schafft Kunstwerke für den täglichen Genuss.

 

Die so zu Skulpturen bearbeiteten Lichtsteine wirken sowohl bei Tages- als auch bei Kunstlicht, als ob sie Kerzen oder Perlen im Inneren trügen: ineinander gelegt, eine in die andere, wie Perlen oder Lichterketten.

Was die Künstlerin eignet, ist die starke Lichtstein-Sprache der Gegensätzlichkeit: hart versus weich.

 

Durch dieses Verfahren wird der harte beständige Lichtstein mit der Lichtdurchflutung zur sublimen Skulptur und zur Staune. Eine Konfrontation mit einem Spannungsfeld, in dem die Eigendynamik mit einem ähnlich energetischen Ausdruckspotenzial aufwartet wie die ebenso präsenten technologischen Imperative.

 

 

Kunst aus Lichtsteinen

 

Der Lichtstein ist ein gegossener Stein aus natürlichen Mineralien. Zement und Wasser werden zusammen mit den jeweiligen Mineralien in einem Becken wie ein "Teig" angerührt. So gesehen wäre dies einfach ein ganz normaler Betonstein. Das Besondere beim Lichtstein aber ist, dass in den Teig die bei der Informationsübertragung verwendeten Glasfasern, auch Lichtwellenleiter genannt, hineingebettet werden. Eine

 

Glasfaser ist eine aus Glas bestehende lange dünne Faser, so wie ein menschliches Haar. Dadurch ist das neue lichtdurchlässige Material entstanden.

 

Es handelt sich um einen Ultra High Performance Concrete kurz UHPC genannt. Deshalb weist dieser auch keine für den Beton typischen Poren auf, ist extrem hart und gut zu verarbeiten - ähnlich dem Marmor. Zur Herstellung wird ein spezielles Mischwerk benötigt, denn es ist unmöglich, diesen von Hand oder mit einem konventionellen Mischer zu mischen. Dieser UHPC besteht aus ungefähr 15 Bestandteilen wie Zement, Wasser, Gesteinskörnung (Quarzsand) – und natürlich das atypische – Glasfasern und optische Fasern aus PMMA (Kunststoff).

 

Beim Bau der New Yorker U- Bahn um das Jahr 1904 wurde Lichtbeton erstmals eingesetzt und verbaut. 1977 z.B. wurde für Inventor Glenn E. Kauth, Pittsburgh, ein "United States Patent" für "Light Transmitting Building Panel" ausgestellt. Ab 1982 wurden diverse Patente als "light transmitting wall panels" vom israelischen Inventor Bezner Baruch Joseph international angemeldet und registriert. Weltweite Versuche an Hochschulen und von begeisterten Privatpersonen sind intensiviert worden.

 

Ab 2004 folgen in Europa Firmengründungen von Privatpersonen, welche Lichtbeton selbst mit Erfolg studiert und erprobt sowie auch produzieren wie Litracon, Lucem, Luccon und entsprechende Patente haben registrieren lassen. Jeder Lichtbetonblock von den drei vorgenannten Firmen haben inbezug auf den Lichtwellverlauf eine eigene Handschrift, auch wenn eine serielle Produktion möglich ist. Mit anderen Worten, selbst wenn man wollte, kann man keinen Lichtbetonblock kopieren. Jeder bleibt ein Unikat. So gesehen ist dieser gegossene Lichtstein mit seiner Einmaligkeit und Eleganz ein exklusives Design-Material für Gebäudeverkleidung Innen und Aussen sowie für Inneneinrichtungsgegenstände jeglicher Art bis hin zu Kunst-Design-Objekten.

 

Jedes Element ist ein Unikat und kann, auch wenn es gewollt würde, nicht kopiert werden. Damit ist der Verlauf der Lichtwellenleiter resp. optischen Fasern gemeint. Diese Art wurde von verschiedenen Produzenten entwickelt und seither kontinuierlich weiter ausgearbeitet.

 

 

 

Rahmenprogramm

 

An folgenden Tagen freut sich die Künstlerin, Sie persönlich in der Ausstellung zu begrüssen (Eintritt mit Ausnahme „Museumsnacht“ gratis):

 

Samstag, 26. Mai ab 18.00 Uhr (Museumsnacht)

Sonntag, 10. Juni ab 14.00 Uhr

Sonntag, 24. Juni ab 14.00 Uhr

Sonntag, 15. Juli ab 14.00 Uhr

Sonntag, 05. August ab 14.00 Uhr

 

Private Führungen auf Reservation : info[at]gutenbergmuseum[dot]ch oder 026 347 38 28 

 

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Kontakt

Gutenberg Museum

Liebfrauenplatz 16

1702 Freiburg

 

Telefon 026 347 38 28

Fax 026 347 38 29

info[at]gutenbergmuseum[dot]ch